Taekwondo-Prüfung in Dortmund

Sportler bestätigen Leistung

Zur 2. Taekwondo-Prüfung sind neben den kleineren Neuzugängen, auch einige hochgraduierte Mitglieder des Taekwondo Team Kocer e.V. angetreten. Als Bundesprüfer der Deutschen Taekwondo Union wurde der Landesjugendleiter der Nordrhein-Westfälischen Taekwondo Union, Mehmet Güloglu (4. Dan) eingesetzt. 

In der 4,5 stündigen Kup-Prüfungen wurden die erlernten Kenntnisse entsprechend der Prüfungsordnung abgefragt. Es ist wichtig, das die Prüflinge das gesamte Repertoire erlernen, damit irgendwann mal selber gute Trainer und Übungsleiter werden, so Mehmet Güloglu aus Neuss.

Dabei wurden der traditionelle Formenlauf, die erlernten Grundtechniken, Steps und Kicks, Selbstverteidigung im Stand, Boden und gegen Stockangriffe abgefragt. Zudem galt ein großer Bereich dem wettkampforientierten Freikampf. Für einige hochgraduierten Prüflinge stand neben dem grundlegenden Prüfungsprogramm noch ein Bruchtest an. Aufgrund der guten Leistungen durften alle Prüflinge nach viel Lob und persönlichen Ratschlägen von Prüfer Mehmet Güloglu ihre Urkunde zum nächsthöheren Kup entgegennehmen. Für Waltraud Mudrich und Emma Siebald war es die letzte Gürtelprüfung, so der 1. Vorsitzende Muhammed Kocer. Die nächste Gürtelprüfung für beide wird die Prüfung zum 1. Dan sein, dem sogenannten schwarzen Gürtel.

Bei Interesse sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene herzlich eingeladen, jederzeit an einem kostenlosen Probetraining teilzunehmen. Nähere Informationen zu den Trainingszeiten und dem Kampfsport Taekwondo sind auf der Website www. tkd-team.de zu finden.

Zum 9. Kup (weißgelben Gürtel)

Ömer Bice, Noel Herrmann, Lukas Kirschner, Elizan Kurt, 

Zum 8. Kup (gelben Gürtel)

Leon Kilinc, Janik Meyer, Luca Krajewski, Abderrahman Dhibi, Lea Matthieu 

Zum 7. Kup (gelbgrünen Gürtel)

Sarmad Ahmad, Salmana Ahmad, Helin, Sayan, Lorin Sayan, Sefa Dinc, Simon Scherbring, Ben Herrmann

Zum 6. Kup (Grünen Gürtel)

Sophie Kochems und Linda Oehl, 

Zum 5. Kup (Grünblauen Gürtel)

Martha Siebald, Meltem Sir

Zum 4. Kup (Blauen Gürtel)

Thorben Püttmann und Marcel Meister

Zum 1. Kup (Rotschwarzen Gürtel)

Emma Siebald und Waltraud Mudrich

Vorbereitungslehrgang auf kommende Schwarzgurt-Prüfung

Danvorbereitungslehrgang am 2.11.2019 in Neuss

Am 2.11.2019 fand ein weiterer Danvorbereitungslehrgang für Anwärter/innen des 1. bis 3. Dans in Neuss statt. An diesem Lehrgang nahmen auch Mitglieder des Taekwondo Team Kocer e.V. aus dem Dortmunder Westen teil.

Wesentliche Bestandteile des Lehrgangs waren unter anderem der Ablauf einer Dan-Prüfung, welcher in der Regel zunächst in der Abfrage der Grundtechniken besteht. Hierbei wurden den Teilnehmenden einige Besonderheiten nahegelegt, welche bei Berücksichtigung in der eigentlichen Dan Prüfung oft einen guten, bei Vergessen hingegen oftmals einen negativen Eindruck, hinterlassen.                                                                                                                                                 

Darüber hinaus wurde allen Teilnehmern bewusst gemacht, wie groß der Einfluss der Prüfungssituation auf die eigene Leistung sein kann.

 So wurden die vielen Augenpaare, die beim Lauf der Prüfungsform (Taeguk Pal-Jang) auf die Läufer/innen gerichtet waren, sehr schnell zum Auslöser für zitternde Hände oder ein Vergessen des Kampfschreis, was allerdings vielen eine nützliche Erfahrung sein kann, um in der Prüfung mit einer eventuell aufkeimenden Nervosität besser umgehen zu können.

Darüber hinaus wurde der Einschrittkampf (Il Bo Taeryon) näher thematisiert und die Selbstverteidigung (Hosinsul) rückte gegen Ende des Lehrgangs näher in den Vordergrund. Bezüglich der Selbstverteidigung ging es spezifisch um den Unterschied zwischen dem Nutzen und der Ästhetik einiger Techniken, welche häufig nicht gleichzusetzen sind. 

Abgesehen davon war ein weiteres prüfungsrelevantes Thema der Wettkampf. Wie es auch bei den anderen Sektionen bereits der Fall gewesen ist, arbeiteten verschiedene Teilnehmer zusammen und führten vorgegebene Techniken durch. 

Ein deutlicher Unterschied zum herkömmlichen Training war, dass Teilnehmer/innen teils ihre Partner/innen wechselten und so einen Eindruck in die Umsetzung des Taekwondos anderer Vereine erhalten konnten und bereits einen Blick in die Dan Prüfung werfen konnten, bei welcher die Konstellation der Miteinandertrainierenden nicht selten variiert.

Die letzte Thematik des Lehrgangs bestand im Bruchtest . Den Teilnehmenden wurde erklärt, dass es zwar nicht unbedingt ein K.O-Kriterium ist, einen Bruchtest zu verpatzen, dass dem allerdings gleichsam vorgebeugt werden kann, beispielsweise durch die richtige Positionierung des Brettes oder eine Maximierung des Schwungs einer Technik.

Insgesamt lässt sich sagen, dass der Lehrgang (aus unserer Perspektive) sehr bereichernd und hilfreich gewesen ist und wir bedanken uns bei den durchführenden Trainern der Nordrhein-Westfälischen Taekwondo Union (NWTU) für viele nützliche Informationen und Tipps.

Wer Interesse am Taekwondo-Sport hat, kann gerne sich unter www.tkd-team.de informieren oder gerne zum Schnuppertraining vorbei kommen.

Verfasserinnen: Alexandra Sosadzin und Marie Dommasch

Gelebte Teilhabe – Dan Prüfung Inklusion in Dortmund

Die Nordrhein – Westfälische Taekwondo Union (NWTU) richtete ihre zweite Dan Prüfung, die sogenannte Schwarzgurt Prüfung für Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen in Dortmund aus.

Vorreiterrolle der NWTU

Richard Solarski, Landesprüfungsreferent der NWTU war seinerzeit einer der Impulsgeber für diese Veranstaltung. Dabei müssen die Prüflinge nicht ein anderes Prüfungsprogramm absolvieren andere Schwarzgurte. Hier muss man nur auf die körperlichen Einschränkungen Rücksicht nehmen.

v.l.n.r. Muhammed Kocer, Stefanie Dumrath, Turgay Ertugrul

Als Prüfergremium wurde für diese Dan-Prüfung Turgay Ertugrul aus Essen, Stefanie Dumrath aus Köln und Muhammed Kocer vom ausrichtenden Verein Taekwondo Team Kocer eingeladen. Für diese Sonderprüfung brachten alle drei Bundesprüfer fachliche oder berufliche Qualifikationen im Themengebiet der Inklusion mit. Zudem nahm Arndt Mallepree, als Beauftragter der Deutschen Taekwondo Union teil

Prüfung auf hohem Niveau

Ein besonderes Highlight war die Teilnahme von Christopher Frömmgen, einen Para-Sportler, welcher letztes Jahr bei der Weltmeisterschaft die Goldmedaille errungen konnte. Besonders hier ist es Wertzuschätzen, wenn Leistungssportler weiter ihren sportlichen Werdegang  vorantreiben und nicht sich auf Ihren Lorbeeren ausruhen.

Dass sich die anwesenden vier Teilnehmer sehr gut auf diese Prüfung vorbereitet hatten, wurde klar vom Prüfungsvorsitzenden Turgay Ertugrul beschrieben. Die von der Prüfungsordnung der Deutschen Taekwondo Union (DTU) geforderten Vorgaben wurden voll erfüllt.

Nicht als Selbstverständlichkeit betrachten

Dabei ist „Inklusion“ nicht immer selbstverständlich, so Kocer. Kampfsport hat zwar einen inklusiven Charakter, jedoch sind viele Vereine immer noch sehr distanziert zu diesem Thema. Selbst in Dortmund, wo knapp 20 Gruppen und Vereine Taekwondo betreiben, gibt es nur 1-2 weitere Vereine. Das liegt auch oft daran, dass viele Vereine auch händeringend Trainer suchen. Und dann sich noch für gesellschaftliche Themen begeistern. Das ist sicherlich zu viel.

Auf die Frage, ob es sofort bei uns im Taekwondo Team Kocer geklappt hat, würde ich mal ein klares NEIN nennen. Wer sich mit dem Thema und vielen anderen beschäftigt, weiß auch die zahlreiche Arbeit. Aber wenn es klappt, dann ist es wie so oft im Leben einfach nur schön.

Wer Fragen zum Thema Inklusion im Taekwondo-Sport hat, kann sich gerne beim Para-Beauftragten des Landesverbandes Arndt Mallepree erkundigen.

Zahlreiche neue Dan Träger stellen Können unter Beweis

Taekwondo-Schwarzgurt Prüfung in Dortmund

Zur Dan Prüfung der Nordrhein-Westfälischen Taekwondo Union (NWTU) reisten 21 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesland nach Dortmund an. Als Ausrichter der Dan Prüfung fungierte der Verein Taekwondo Team Kocer e.V., welcher diese im Auftrag der NWTU bereits zum fünften Mal ausrichten durfte. 

Ein Jahr Vorbereitungszeit 

Die anwesenden Prüflinge wurden in mehrere Gruppen unterteilt, welche die Alters- und Graduierungsspezifikationen berücksichtigte. Während die jüngste Teilnehmerin gerade mal 13 Jahre alt war, konnte der älteste Teilnehmer bereits 50 Jahre vorweisen.

Drei Bundeprüfer

Als Prüfungsgremium werden immer erfahrene Prüfer eingesetzt, so der Landesprüfungsreferent der NWTU, Richard Solarski aus Köln. Den Vorsitz hatte der Vizepräsident der NWTU, Franz-Peter Erberich. Die weiteren Bundesprüfer Levent Büyüktunca aus Neuss und der Vorsitzende des Dortmunder Vereins Muhammed Kocer machten das Team komplett.

In der knapp 7 Stunden dauernden Prüfungsdauer wurden die Kampfsportler den ganzen Tag lang in den verschiedenen Disziplinen des olympischen Taekwondo-Sports geprüft. Es begann mit dem Prüfungsfach „Grundtechniken“. Im Bereich Formenlauf stellten die Teilnehmer die für die Prüfung notwendige Poomsae, ähnlich einer Kür. Hier müssen die Sportler vor dem anwesenden Publikum das Publikum und das Prüfungskomitee überzeugen. 

Nach diesem Prüfungsfach legte sich die anfängliche Nervosität ein wenig, zumal die zweite Disziplin Ilbo-Taeryon, ein abgesprochener Zweikampf, mit einem Partner vollzogen wird. Im Bereich des olympischen Zweikampfes wurde nach taktischen oder technischen Anweisungen gekämpft, bevor die Prüflinge unter realistischen Bedingungen ihr erlerntes umsetzen konnten. 

Beim Prüfungsfach Selbstverteidigung mussten die Anwärter Angriffe mit Fuß oder Faust, Stock oder Messer parieren beziehungsweise sich aus dem Stand oder Bodenlage befreien. Bei den für die Zuschauer immer an der spektakulärsten Disziplin zerschlugen die Teilnehmer mit zum Teil spektakulären Techniken mehrere Zentimeter dicke Bretter. 

Das gelang bei den meisten Prüflingen mehrheitlich ohne große Probleme. Am Ende reichte es zwar nicht für alle Prüflinge, jedoch sollte dies nicht als eine Niederlage gewertet werden, sondern die Stärke zeigen, wieder aufzustehen und noch intensiver sich vorzubereiten.

Bildquelle: Richard Solarski

Rückblick „Prävention Sexualisierte Gewalt im Sport“

Exakt drei Jahre ist es nun her, als der Verein Taekwondo Team Kocer alle Qualitätsstandards zur Aufnahme in das Qualitätsbündnis zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport erfüllt hat. Diese wurde 2016 mit einer Mitgliedschaftsurkunde bestätigt, welche durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW sowie durch den Landessportbund NRW ausgezeichnet wurde.

Frühzeitige Präventionsarbeit im Sport

Als einer der ersten Vereine haben wir uns auf dem Weg gemacht, Kinder und Jugendliche in den Strukturen des Sports zu stärken und zu schützen, so der 1. Vorsitzende Muhammed Kocer. Vor allem im Taekwondo-Sport im Verein haben wir derzeit fast 80% Kinder und Jugendliche ab 5 Jahren.

Mit der Anpassung der Satzung, der Einrichtung einer Referentin für Prävention und regelmäßigen Fortbildungen von Verantwortlichen, Erstellung einer Kinderschutzordnung und Materialien für die Aufklärung haben wir große Schritte im Themengebiet im Verein gemacht. 

Regelmäßige Fortbildungen

Seitdem wurden alle Trainer, Jugendleiter und Vorstandsmitglieder geschult. Wir haben uns dieses freiwillig auf die Fahnen geschrieben, um alle mit ins Bott zu holen und für dieses Thema zu sensibilisieren. Zahlreiche Sicherheitsaspekte wurden durch Experten ehrenamtlich installiert. Durch unsere Eltern und Angehörigen ist diese Arbeit im Verein ist das besonders als wichtig und positiv erachtet worden. 

Deswegen haben wir das ganze sogar auf freiwilliger Basis auch auf unsere Eltern erweitert, so Kocer. Zudem sind auf allen Ebenen Sozialpädagogen oder andere Fachkräfte für die Kinder und Jugendarbeit aktiv beteiligt.

Wer mehr über die Arbeit des Vereins wissen will, kann sich unter www.tkd-team.de erkundigen.

Taekwondo-Boom in Dortmund

In den letzten Monaten berichten immer wieder Vereine der Nordrhein-Westfälischen Taekwondo Union über zahlreiche Neuanmeldungen im Taekwondo-Sport. Auch wir hatten in den Monaten vor den Sommerferien hohe Anmeldezahlen, so der 1. Vorsitzende Muhammed Kocer

Dabei sind für viele Eltern gerade der Selbstverteidigungsaspekt Ihrer Kinder wichtig. Deswegen sollen viele so früh wie möglich lernen, sich selbst du verteidigen. In erster Linie ist ein Kind einfach nur ein „Kind“. Es lernt spielerisch, es lernt von den Verhalten der Eltern und natürlich von seiner Umgebung. 

Gefühle von Kindern ernst nehmen, um emotionale Entwicklung zu fördern

Wenn hier viel zu früh etwas gefordert wird, was ein Kind noch nicht leisten kann oder will, dann resigniert es und zieht sich zurück.

Deswegen ist es für die meisten Kampfsportarten, darunter auch Taekwondo pädagogisch sinnvoll, erst einmal in der Sportart anzukommen und sich wohl zu fühlen. Erst dann kann man Kindern gezielt beibringen, Techniken zu erlernen und zu erleben und auch mal gegenüber größeren spielerisch auszuprobieren.

Kinder haben eine andere Denkweise als Erwachsene.

Während von aussen manchmal das Training chaotisch wird und nichts mit den asiatischen Filmen zu tun hat, lernen die Kinder viel. Aber sie lernen mit Spaß und Altersgerecht, so Kocer.

Wenn wir den Eltern vermitteln, das Ihre Kinder spielerisch mit 5-6 Jahren beim aufwärmen bis zu 600m – 800m laufen, dann wird die Situation klarer. 

Wer mal Taekwondo für Kinder sich anschauen möchte, kann dies gerne in der Friedensgrundschule in der Lina-Schäfer Straße 36 in der Zeit von Donnerstags 16:00 Uhr bis 17:00 Uhr oder Freitags von 18:45 – 19:45 Uhr machen. Einfach lange Turnhose und T-Shirt, eine Plastikflasche mit etwas zu trinken und natürlich viel Spaß.

Jubiläumsveranstaltung Lernort Stadion

v.l. Sebastian Kehl (BVB 09) und Maja Neitzke (Jugendsprecherin Taekwondo Team Kocer e.V.)

Im Rahmen der Veranstaltung „10 Jahre Bildung am Ball“ fand in der Bochumer Rotunde die Jubiläumsfeier von Lernort Stadion statt. In angenehmer Atmosphäre kamen aus zahlreichen Fußball Bundesligastandorten Gäste aus dem Sport und der Politik zusammen.

Eingeladen hatte der 2014 gegründete eingetragene Verein Lernort Stadion. Der Lernort Stadion e.V. bildet das Dach für bisher 20 Lernzentren im gesamten Bundesgebiet. Die einzelnen Lernzentren haben sich eigene Profile erarbeitet, die die Besonderheiten ihrer Standorte berücksichtigen und auch mit vielen Kooperationspartnern arbeiten.

Auf Einladung von Lernort Stadion e.V. nahmen mehrere Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes und Jugendvertreter des Taekwondo Team Kocer e.V. an der Jubiläumsfeier teil. Bereits 2015 fand die erste Veranstaltung mit dem BVB – Lernzentrum statt. Seither wurden viele Projekte in Zusammenarbeit umgesetzt. Zudem konnten wir im Rahmen der Veranstaltung zahlreiche Freunde wiedersehen und auch viele neue Personen und Netzwerke kennenlernen, so der 1. Vorsitzende Muhammed Kocer.

Im laufenden Abend gab es ein besonderes Kulturprogramm, u.a. mit Auszügen aus dem preisgekrönten Theaterstück „Peng! Peng! Boateng!“, und der Band „The Mundorgel Project“. Mit Janina Amrath wurde eine bekannte Bochumer Moderatorin eingebunden, welche durch eine besondere Art durch die Vorstellung führte.

Für 2020 wollen wir hier weiter ansetzten und wieder einige Erfolgsprojekte umsetzen. Weitere Informationen gibt es unter www.tkd-team.de.

Muhammed Kocer erhält höchste Sportauszeichnung des Landes NRW

3. v.l.

Die Staatsekretärin für Sport und Ehrenamt, Andrea Milz, hat Muhammed Kocer in Vertretung von Ministerpräsident Armin Laschet die Sportplakette, die höchste sportliche Auszeichnung des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen einer Festveranstaltung im Capitol Theater in Düsseldorf verliehen. Insgesamt wurden die 20 Ehrengäste ausgezeichnet.

Gleichzeitig feiert die Sportplakette des Landes Nordrhein-Westfalen 2019 ihr 60-jähriges Jubiläum. Um dieses zu würdigen, wurden die zu Ehrenden für die Jahre 2018 und 2019 in dieser besonderen Ehrungsveranstaltung zusammengefasst.

Ethische Werte und schnelle Bewegungen

Mehr als 30 Jahre gehört der olympische Taekwondo-Sport zum Leben von Muhammed Kocer (43). „Als Kind wurde ich zu einer Trainingseinheit in einem Sportverein in meiner Heimatstadt Witten überredet. Danach habe ich vom ersten Tag an viel Spaß und Bereitschaft am mitmachen im Taekwondo-Sport gefunden. Es waren vor allem die dynamischen und schnellen Techniken“, so Kocer, „aber auch der Respekt gegenüber meinem Trainingspartner in der Halle.“

„Wie die meisten in meinem Alter hatte ich bereits verschiedene Sportarten ausprobiert, jedoch konnte mich keine davon überzeugen, bzw. ich hatte vielleicht nicht die Motivation oder das geeignete Talent dazu.“ 

„Neben der sportlichen Karriere habe ich vor allem das Ehrenamt betrieben. In vielen Bereichen wurde ich geblockt, es wurden mir Ratschläge von sogenannten langjährigen Ehrenamtlichen gegeben. Es wurden nicht vorhandene Paragraphen genannt. Man vergaß mich einzuladen. Aber manchmal bin ich durch Zufall in ein Ehrenamt gelangt, zum größten Teil jedoch auch mit viel Leistung, großem Wissen und persönlichem ehrenamtlichem Engagement andere überzeugt. Denn unter Ehrenamtverstehe ich die aktive Bereitschaft und auch die Kraft zur Umsetzung. Mit Reden kommt man nicht weit!“

Ehrenamt wandelt sich – Ich auch!

„Auf die Frage hin, ob ich selbst noch viel ehrenamtlich unterwegs bin, kann ich nur sagen, dass mir das mehrstündige Kinder- und Jugendtraining mindestens einmal die Woche als Übungsleiter und Trainer immer noch Spaß macht. Gerade die Kleinsten brauchen viel Übung, um motorische Fähigkeiten zu entwickeln. Vor kurzem habe ich sogar mein 20-jähriges Jubiläum als Fachschaftsleiter Taekwondo im EN-Kreis mit einem Kaffee genießen können. Da waren zwei alte Freunde und Vorsitzende anderer Taekwondo Vereine aus dem Kreis zu Besuch.“

„Aber auch in meinem Heimatverein bin ich ehrenamtlich als Vorsitzender seit 13 Jahren tätig. Meine Aufgabe hat sich dort aber geändert. War es am Anfang die Aufgabe, neben dem gesamten Vereinsalltag junge Menschen für ein Ehrenamt zu motivieren, sehe ich heute meine Aufgabe darin, ihnen optimale Rahmenbedingungen zu schaffen und entsprechend Ihrer Fähigkeiten ein Aufgabenfeld zu bieten. Dadurch sind sie viel motivierter und die Bereitschaft steigt, etwas zu leisten.“ 

Die Sportplakette ist die höchste Auszeichnung, die das Land für herausragendes ehrenamtliches Engagement im Sport vergibt.

„Auch wenn die zahlreichen Ehrenämter heute fester Bestandteil meines Lebens ist und damit vieles nicht mehr so aufregend ist, mache ich das alles immer noch gerne“, sagt Kocer. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich selber zahlreiche Hürden in Sportorganisationen hatte und diese überwinden musste.“

Wie es in Zukunft weitergeht? 

„Auf jeden Fall liegt mir das Training im Verein als Übungsleiter. Wenn man bedenkt, dass wir mehrere Sportlerinnen haben, die mehrfach die Woche z.B. aus Köln zum Training anreisen, obwohl es kein Leistungssport ist. Denke, es ist das gelebtes Teamgefühl.“

„Zudem ist meine sogenannte zweite und dritte Generation der Ehrenamtlichen im Verein und auf vielen sportpolitischen Ebenen sehr aktiv: knapp 30 Übungsleiter- oder Trainerlizenzinhaber, 11 DOSB Jugendleiterlizenzinhaber sowie 5 Vereinsmanager C und B. Ich binde diese in viele Prozesse mit ein und lasse ihnen auch viel Spielraum. Und wenn dann „Gute Ergebnisse“ am Ende vorhanden sind, kann man nur lächeln. Und wenn nicht, lebe ich nach dem Motto „Fehler machen ist erlaubt“.“

„Für einige Projekte in einem meiner Ehrenämter habe ich bereits 2016 die Bundesverdienstmedaille bekommen, welche auch über das Bundesland heraus gingen.“